Hark Bohm

Hark Bohm, geboren im Mai 1939 in Hamburg-Othmarschen und aufgewachsen auf der Nordseeinsel Amrum, absolvierte erst ein Jurastudium und debütierte danach mit knapp dreißig Jahren als Schauspieler. Blut geleckt im Filmbiz hat er durch seinen älteren Bruder Marquard Bohm. Hark Bohm spielte seit Ende der 60er Jahre unter der Regie von Rudolf Thome, Alexander Kluge und Rainer Werner Fassbinder, mit dem er 12 gemeinsame Filme drehte.

 

1972 realisiert Hark Bohm mit Tschetan, der Indianerjunge, seinen ersten eigenen Spielfilm als Regisseur. Im Verlauf seiner Karriere inszeniert Bohm immer wieder Kinder- und Jugendfilme, die sich auf teils humorvolle, meist aber ernsthaft sozialkritische Weise mit der Lebensrealität junger Menschen befassen. Nordsee ist Mordsee wird sein bekanntester Film. 1979 gehört Hark Bohm zu den Gründern des Hamburger Filmbüros und initiiert im gleichen Jahr das Hamburger Filmfestival, das heute zu einem der größten internationalen Filmfestivals in Deutschland zählt. 1992 rief er den Studiengang Film an der Universität Hamburg ins Leben, der seit 2008 zum Filmstudium der Hamburg Media School gehört. Insgesamt inszenierte Hark Bohm als Regisseur rund 20 Kurz- und Langspielfilme, darunter Der kleine Staatsanwalt, Yasemin (1988) und Herzlich Willkommen (1990) zuletzt war er an den Drehbüchern zu Fatih Akins Filmen Tschick und Aus dem Nichts beteiligt und ist aktuell auf der Leinwand im Goldenen Handschuh zu sehen. Hark Bohm erhielt 2018 die Ehren-Lola für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film. Im Mai und Juni 2019 widmet ihm die Kinemathek Hamburg eine umfassende Retrospektive.

 

Uwe Bohm

Der Theater-, Film- und Fernsehschauspieler Uwe Bohm wurde 1962 in Hamburg-Wilhelmsburg als Uwe Enkelmann geboren. Bereits mit 13 Jahren wurde Uwe Bohm in der Rolle des Jugendbandenanführers „Uwe Schiedrowksy“ in Nordsee ist Mordsee einem breiten Publikum bekannt. Es folgten Rollen in weiteren Filmen von Hark Bohm unter anderem Moritz, lieber Moritz (1978) und dem deutsch-türkischen Filmdrama Yasemin (1988), für das Uwe Bohm mit dem Bayrischen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

 

Begonnen hatte seine Schauspielerkarriere im Kinderheim. Hier wurde er als Elfjähriger 1973 für eine Rolle in Hark Bohms Abenteuerfilm über fünf Hamburger Kinder: Ich kann auch 'ne Arche bauen gecastet. Ab 1987 erlebte Uwe Bohm Erfolge auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Unter der Regie des Theaterintendanten Peter Zadek spielte Bohm beinahe zwanzig Jahre verschiedene Engagements am Wiener Burgtheater, den Hamburger Kammerspielen und dem Berliner Ensemble. 2004-2007 verkörperte er die Titelrolle in Henrik Ibsens Peer Gynt, wofür Bohm 2004 den „Herald Angel Award“ erhielt. Im Fernsehen ist Bohm auch in der Krimiserie Tatort zu sehen, wo er häufig die Rolle des Bösewichts übernimmt. 2016 verkörperte Uwe Bohm in Fatih Akins Verfilmung von Wolfgang Herrndorfs Roman Tschick  den Vater des 14-jährigen Maiks. Tschick wird oft als zeitgenössisches Pendant zu Nordsee ist Mordsee gesehen.

 

Dschingis Bowakow

Der Schauspieler, Filmproduzent und Diplom-Psychologe Dschingis Bowakow wurde 1961 in München geboren. 1972 spielte Bowakow neben Marquard Bohm eine Hauptrolle im Regiedebüt seines (Zieh-) Vaters Hark Bohm Tschetan, der Indianerjunge. Anschließend ist Bowakow an der Seite von Uwe Bohm als „Dschingis Ulanow“ in Nordsee ist Mordsee auf der Leinwand zu sehen. Seine dritte Filmrolle erhält er in Moritz, lieber Moritz bereits zwei Jahre später. 1979 spielt Bowakow die kleine Nebenrolle eines sowjetischen Soldaten in Volker Schlöndorffs' Die Blechtrommel.

 

2007 spielt Bowakow eine der Hauptfiguren im ungewöhnlichen Kriminalfilm Hölle Hamburg von Peter Ott und Ted Gaier. Neben der Schauspielerei war Bowakow auch an der Produktion einer Vielzahl deutscher und internationaler Filme beteiligt u.a. Das Versprechen von Margaretha von Trotta (1994), Für Immer und immer von Hark Bohm (1997) oder auch Pola X von Leos Carax (1999).

 

 

 

Herma Koehn

Die Schauspielerin, Regisseurin und Hörspielsprecherin Herma Koehn wurde 1944 in Kleinheubach geboren. Von 1968 bis 2001 gehört Koehn zum festen Ensemble des Hamburger Ohnsorg-Theaters. Seit 2001 arbeitet Koehn als freie Schauspielerin unter anderem am Altonaer Theater, am Pyrmonter Theater, am Hamburger Volkstheater, sowie am Ernst-Deutsch-Theater.

 

Neben der Schauspielerei übersetzte Koehn zahlreiche Theaterstücke ins Plattdeutsche. Als Regisseurin inszenierte sie u.a. 2006 für das Ohnsorg-Theater unter dem Titel Valentinaden von ihr übersetzte Szenen und Monologe Karl Valentin. Darüber hinaus übernahm Koehn zahlreiche Hörspielrollen. Bekannt sind vor allem ihre Interpretation der Nscho-tschi in den Winnetougeschichten von Karl May oder auch das Hörbuch Mord im Spiegel von Agatha Christie. Auf der Kinoleinwand hat sie als Mutter von Uwe Schiedrowksy in Nordsee ist Mordsee ihr Debut. 2009 spielt sie in der Filmkomödie Soul Kitchen von Fatih Akin mit. Zuletzt wirkte sie in Akins' aktuellem Film Der goldene Handschuh mit. Desweiteren widmet sich Herma Koehn aktuell in den Stadtrundgängen und Matineen der Landeszentrale für politische Bildung Hamburgs historischen Frauengestalten.